| Interview : PASCAL FINKENAUER |
|
|
|
|
Pascal Finkenauer veröffentlicht dieser Tage mit Unter Grund bereits sein drittes Album und versteht es hierbei wie nur wenige deutschsprachige Künstler, klare und deutliche Bilder nur mit Hilfe weniger Worte zu zeichnen. Sein neuestes Werk ist dabei gleichermaßen eine Auseinandersetzung seiner intimsten Sehnsüchte und Ängste, sowie Anklage an die Befindlichkeit jedes Einzelnen. Sozusagen nicht nur ein persönlicher Abriss, sondern ebenso ein Appell, sich in melancholischen Momenten und schwierigen Zeiten stets den Durst am Leben und Neuem zu bewahren. So verwundert es nicht, dass Unter Grund fast ausnahmslos im Alleingang entstanden ist und für ihn selber ein Stück weit Lernprozess und Selbstkonfrontation darstellt.
Ja, ich wollte das jetzt so. Meinen vollen Namen.
Ich finde es ist dunkler geworden. Es sollte aussehen und sich anhören, als hätte man es in schwarze Tinte getaucht. Aber diese Dunkelheit ist eher positiv und euphorisch zu sehen. Aus ihr geht etwas Neues und Gutes hervor.
Ich habe innerhalb von drei Monaten alles geschrieben und produziert. Die Zeit während und zwischen den Tourneen mit Fettes Brot habe ich eher als Freizeit von der Platte genutzt. Den Kopf wieder frei kriegen, andere Musik machen. Ich habe ja nebenbei auch noch ein eigenes Plattengewerbe gegründet und auch das hat Zeit und Energie gekostet.
Nein, es war nicht beabsichtigt. Es ist wohl so, dass ich mich noch mehr verlieren kann, wenn ich alleine arbeite. Ich habe alle Zeit der Welt um herumzuprobieren, neues einzuspielen etc. Freunde von mir bestätigten mich darin, dass die Demos schon sehr weit waren, und ich entschloss mich dazu alles so zu lassen.
Ja, die gibt es. Familie, Freunde. Man kommt nicht umhin jemandem vorzuspielen was man macht und eine Meinung einzuholen. Aber manchmal akzeptiert man die Meinung eines anderen auch nicht. Dann ist die Verbindung zu dem Stück, so wie es ist, schon zu gefestigt.
Ich finde die deutsche Sprache eher schwierig. Man konfrontiert die Hörer im ersten Moment mit den Inhalten. Das entscheidet vehement, ob das Lied gefällt oder nicht. Ich war im Herbst für zwei Konzerte in Israel und habe zum ersten Mal vor nicht deutschsprachigem Publikum gespielt. Es hat funktioniert das war eine schöne Erfahrung.
Punk in den 70ern war ja auch eine Modeerscheinung. Ich denke schon, dass es heutzutage schwieriger ist für Jugendliche ein Ventil zu finden, um sich abzugrenzen. Ich glaube dieser Konflikt zwischen Jugend und Älteren ist essentiell. Die Messlatte wird immer höher gelegt. Eltern sind stellenweise genauso offen für Musik wie ihre Kinder. Ein Stück Musik zu finden, dass die Eltern zur Weißglut treibt, kann in manchen Haushalten ganz schön schwierig werden nur als Beispiel. Auch von diesem Dilemma handelt die Platte.
Ein bisschen gelassener vielleicht. Mir ist egal geworden, was und wie man ist. Mit Zwanzig sieht man das ein bisschen anders. Ich will Dinge ausprobieren und lasse mir nicht sagen, wie ich das zu machen habe. Das war zwar immer so, aber mittlerweile kennt man eben auch die Konsequenzen, die daraus entstehen können und wundert sich nicht über Reaktionen.
Ich wollte mir den Traum erfüllen eine Platte selbst herauszubringen. Ich weiß nicht, ob alles klappt, wie ich es mir vorstelle, aber ich habe es wenigstens probiert. Ich muss mich im Zuge dessen natürlich mit viel bürokratischem Kram auseinandersetzen, was mir nicht liegt, aber ich gebe mir Mühe.
Das hoffe ich sehr. Wie und in welcher Form weiß ich allerdings noch nicht. Ich könnte mir vorstellen mehr Solokonzerte zu geben. Aber ich will auf jeden Fall mit Band auf die Bühne.
Ich finde die Sendung gibt auch spezielleren Künstlern die Möglichkeit sich einem breiten Publikum vorzustellen. Im deutschen Fernsehen sollte es viel mehr dieser Möglichkeiten geben. Natürlich setzt man sich dann mit dem auseinander, was die anderen an dem Abend machen. Das wird bestimmt ein interessanter Abend.
Vielen Dank!
|





