Sonntag, 26. Oktober 2014
REA GARVEY - Dortmund, FZW (07.03.2012) PDF Drucken E-Mail

Am 07.03.2012 war es soweit Rea Garvey sollte das Dortmunder FZW rocken. Der ehemalige Frontsänger von Reamonn startet 2012 seine Solotour. Ihn begleitet Nerina Pallot, die ihn schon als Co-Coach bei The Voice unterstützte. Im September 2011 erschien Reas Debütalbum „Can't Stand The Silence“, das er zusammen mit Andy Chatterly produzierte.

Einlass war pünktlich um 19.00 h. Eine lange Schlange hatte sich bereits vor den Eingängen des FZWs gebildet. Kein Wunder, das heutige Konzert war ausverkauft und ein breitgefächertes Publikum wartete auf Mr. Garvey. Kurz vor Konzertbeginn war die große Halle des FZW's richtig, richtig voll und eine angespannte Neugier lag in der Luft. Um 20.00 h ging es los. Nerina Pallot eröffnete das Konzert. Die britische Künstlerin, kennen einige sicherlich von dem Antikriegslied „Everybody's Gone To War“. Die britische Singer und Songwriterin veröffentlichte im Juni 2011 ihr Album: „The Year Of The Wolf.“

Nerina strahlte als sie auf die Bühne kam. Sie sprach gleich mit dem Publikum und zwar in Deutsch. Sympathisch berichtete sie, dass ihr Deutsch nicht so gut sei, sie spreche besser Französisch. Im gleichen Atemzug räumte sie ein, dass sie nun leider nicht in Frankreich wären und so eben ihr Deutsch reichen müsse. Und schlecht schlug sie sich dabei ganz und gar nicht. Reichte es einmal doch nicht, waren zahlreiche Helfer im Publikum. Mit fächerartig angeordneten Leinwänden im Rücken, auf denen LED-Licht farbliche Stimmung wiedergab, begeisterte die Londonerin die Menge mit ihrer Musik. Sehr viel Feingefühl lag in ihrer vielseitigen Stimme und ihre Texte erzählten von Lebenserfahrung und Beobachtungen. Sie verzauberte das Dortmunder Publikum. Lieder wie „Idaho“ und „Crazy In Love (Beyoncé Cover)“ brachten Stimmung rüber und zogen mit. Instrumental begleitete sie ihre Texte mit Gitarre oder Keyboard mit Klaviermelodie.

Nerina Pallot sprach immer wieder mit den Zuhörern und lud zum Mitmachen ein. Und genau dies wurde von den Zuschauern gerne angenommen. Nerina forderte die Menge auf, Mr. „Unfucking Fassbar“ zu zeigen, dass sie da sind und das taten sie lautstark. Mit „Put Your Hands Up“, endete ein gelungener Auftritt, jedoch nicht ohne die Ankündigung, dass man sie bald wieder Live erleben könne. Und darauf freuen wir uns.

Nach einer kurzen Umbauphase, in der man sich am Merchandising umsehen konnte, ging das Programm weiter. Um 20.45 h stand er plötzlich auf der Bühne. Mr. Unfucking Fassbar, plötzlich fassbar bzw. hörbar in Dortmund. Die unverkennbare Stimme von Rea Garvey füllte den Raum und umschmeichelte das Ohr. Rea rockte sofort los und mit ihm die ganze Halle. Während des zweiten Lieds begrüßte er Dortmund. Und Dortmund feierte ihn.

Er zog seine Jacke aus und durch die Menge ging ein Grölen. Die Stimmung war ausgelassen und grandios. Die ganze Halle klatschte und es war ein wahrer Energieaustausch, der nicht enden wollte. Rea nutzte die ganze Zeit über die Bühne voll aus und wandte sich immer wieder den Zuschauern zu. Er war oft nahe dem Bühnenrand. Zwischen den Songs erzählt er kleinere Geschichten und Ereignisse aus seinem Leben. Er schnitt beispielsweise Projekte an, die er unterstützt und die ihm am Herzen liegen. Aber auch die Intention die ihn zu The Voice bewegt hatten. Er räumte ein, sein Deutsch sei immer schlecht, wenn er aufgeregt sei. Aber sein Spanisch sei gut.

Der Ire spiegelte wahre Komikereigenschaften. Gleichzeitig aber auch Ernsthaftigkeit. Er wirkte offen und echt und strahlte Freude und Spaß an dem was er tut aus. Dabei schien er einfach er selbst zu sein, was für so viel Begeisterung und Zustimmung bei dem Publikum sorgte. Lieder wie „Can't Stand The Silence“, „Be Angeled“ und „Save A Life“ sprachen unverkennbar für sich selbst.

Rea hatte an diesem Abend aber noch viel mehr zu bieten. Er hatte neben seiner Schwester, die im Background sang, noch Michael Schulte im Gepäck. Und der hatte neben seiner Stimme die Gitarre dabei. Zusammen performten die zwei „Feeling Good“, was eine ziemlich beeindruckende Darbietung war und vom Publikum dementsprechend lautstark honoriert wurde. Ein weiteres Highlight folgte, denn Rea überließ seinem Schützling nun die Bühne, ganz für sich allein. Michael machte es seinem „Coach“ nach. Wenn auch unsicherer und ziemlich beeindruckt von der Menge. Michael war jedoch ebenso offen und charmant und animierte die Leute gekonnt seinem Song zu folgen und mitzusingen. „Carry Me Home“ wurde zu einem Meer aus Stimmen im Refrain und zu einem feinen Erlebnis auch für Schulte Neulinge. So wie Rea schaffte auch er Gänsehautstimmung. Zustimmung war das, was er von Dortmund erntete.

Nach dem Auftritt von Michael eroberte sich Rea seine Bühne zurück. Eine Bühne, die im Hintergrund mit weißen wabenartigen Elementen bestückt war, in denen man verschiedene Bilder in Form von Filmausschnitten, wie z.B. Ästen, die sich im Wind bewegten, nur zu erahnen vermochte. Meiner Meinung nach ein geschicktes Element, da sich dieser Eindruck auch in den Texten von Rea widerspiegelt. Sie lassen Raum für eigene Gedanken, geben nur eine Richtung vor und erschließen sich einem weit. Rea selber wirkte hin und weg von seinem Publikum und der Stimmung, die durch die Halle tobte. So entwickelten Aussagen seinerseits, wie „It's hot in here!“ und der Zuruf eines Fans „Yeah Baby!“ ein gelungenes und spontanes Zwischenspiel zwischen Publikum und Künstler. Und davon gab es einige. Ob es nun die besondere Begegnung mit Right Said Fred war, von der Rea berichtete oder aber die textsicheren Gesangseinlagen des Publikums. Dieser Abend war einer der besonderen Art.

Man kann auch nicht sagen, dass er sich aufbaute, denn es war von vorne bis hinten und mittendrin ein unvergesslicher Gesamtmoment. Dieser Eindruck wurde von allen Beteiligten geprägt, denn jeder Einzelne gab seinen Beitrag dazu. So wie die Band am Ende des Konzerts, die sich noch einmal richtig austobte und alles aus ihren Instrumenten herausholte, während Rea schon die Bühne verlassen hatte. Natürlich verließ er Dortmund nicht ohne Zugaben und auch nicht ohne seine Band vorzustellen, was einen schönen Abschluss dieses Abends machte.

Während des ganzen Auftritts hatte man irgendwie den Eindruck, dass alle Künstler eine Art Clubatmosphäre schafften, die einem den Eindruck vermittelte einem ganz kleinen persönlich gehaltenen Konzert beizuwohnen. Ich fand das sehr beeindruckend, wenn man bedenkt, dass das FZW ausverkauft war.

Setlist:
01. Iron Intro/ Iron Band
02. Can't Stand The Silence
03. Sorry
04. Colour Me In
05. Heart Of An Enemy
06. Feeling Good
07. Carry Me Home
08. Through The Eyes
09. Be Angeled
10. Hole In My Heart
11. How I Used To Be
12. Save A Life
13. End Of The Show
14. Take Our Best Shot (Z)
15. My Child (Z)
16. Can't Stand The Silence (Z)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der Bandfotos.


Autorin: Stephanie Brockhaus
Fotos: Marcus Nathofer