Freitag, 18. Mai 2012
AND ONE, CAMOUFLAGE, DE/VISION & MINERVE - Düsseldorf, Stahlwerk (05.11.2011) PDF Drucken E-Mail

Im Rahmen der Sextron Tour 2011 angelten sich And One ein paar weitere Synth- Pop Größen wie De/Vision und Camouflage und gastierten am 5.11. im Düsseldorfer Stahlwerk. Unterstützt von der Synthie- Band Minerve sollten diese 4 Bands an jenem Samstagabend die Bühne stürmen und das Düsseldorfer Publikum mit tanzbaren Klängen beglücken.

Ohne große Umwege wurde in der vollen Halle auch direkt mit Minerve gestartet. In weißen Anzügen betrat die seit 2002 aktive Band, die halb aus Zürich, halb aus Neubrandenburg stammt, die im rot- blauen Licht getauchte Bühne. Frontmann Daniel Wollatz schritt erhaben mit Sonnenbrille über die Bühne und machte der Menge um nur kurz nach 17 Uhr schon einmal ordentlich Feuer unter den Hintern. Manch einer fühlte sich auch sofort animiert, zu Songs wie „Take Me Higher“ oder dem 2003er Kracher „High Pitched Emotion“ die Beine schon einmal in Bewegung zu setzen und tanzend einen genialen, beatbeladenen Abend zu begrüßen. Trotz nur 5 Songs schafften Minerve es, dem Publikum auf hohem Niveau ordentlich die Richtung zu weisen. Ein toller Start in einen vielversprechenden Abend!

Setlist:
01. Don’t Ask Me Why
02. Take Me Higher
03. Down To The Ground
04. …
05. High Pitched Emotion

Nach einer akkurat abgestimmten, wirklich kaum fühlbaren Umbaupause ging es mit De/Vision weiter. Schon über 20 Jahre macht die Synthie- Pop- Band, die sich hin und wieder aber auch mal leicht in Richtung Industrial orientierte, Musik und kann auf eine nicht enden wollende Liste an Szene- Hits zurückblicken. Kein Wunder, dass es im Stahlwerk direkt etwas enger im Publikum wurde, als Frontmann Steffen Keth und Keyboarder Thomas Adam auf die Bühne kamen. Die Menge war vom ersten Moment an wie hypnotisiert, nicht nur durch den die Hüfte kreisenden Steffen, sondern von der Gesamtwirkung, die die Band auf der Bühne hatte. Und immer wieder nahm Steffen Kontakt zum Publikum auf, feuerte die Menge an und man sah der Band die Freude an dem, was sie da taten, wirklich an. Hits wie „Try To Forget“, „Rage“ oder „Your Hands On My Skin“, bei dem das Publikum echte Textsicherheit bewies, beschallten unsere Ohren und sorgten trotz leichter Soundprobleme für eine gute Stimmung.

Setlist:
01. Twisted Story
02. Try To Forget
03. Ready To Die
04. What‘s Love All About
05. I Regret
06. Rage
07. Time To Be Alive
08. Flavour Of The Week
09. Your Hands On My Skin

De/Vision, die die Bühne unter tosendem Applaus verließen, drückten der Kult- Band Camouflage die Klinke in die Hand. Im Handumdrehen waren die Umbauten auf der Bühne vorgenommen worden und dann ging es auch schon weiter mit den Synth- Pop- Giganten. Beinahe 30 Jahre Musikgeschichte liegt hinter dieser Formation und wie die Band es schafft, dass 80er Songs wie „The Great Commandment“ oder „Love Is A Shield“ auch heute die Wirkung von damals nicht verfehlen, scheint ein Geheimrezept zu sein. Auch im Stahlwerk schafften es die Baden- Württemberger, dieses gewisse Etwas, dieses latente, angenehme 80s- Feeling in der Menge zu verbreiten und mit Klassikern wie „Neighbours“, „Suspicious Love“ oder den bereits genannten Hits zu punkten. Der Ruf eines Fans „We love you“ wurde von Sänger Marcus Meyn mit einem „We love you!“ beantwortet und leitete direkt in den Stimmungsgaranten „We Are Lovers“, bei dem die Menge regelrecht ausflippte. Neben älteren Stücken hatten die Herren jedoch auch Neues im Gepäck, darunter „Misery“, das auf dem kommenden Album „Greyscale“ erscheinen wird und den Fans sichtlich gefiel. Ein toller Auftritt und mein erstes richtiges Highlight an diesem Abend!

Setlist:
01. Suspicious Love
02. Misery
03. Neighbours
04. I Can’t Feel You
05. We Are Lovers
06. Dreaming
07. Confusion
08. Shine
09. Me And You
10. Love Is A Shield
11. That Smiling Face
11. The Great Commandment

Nun war es aber langsam Zeit für den eigentlichen Headliner And One. Und obwohl an diesem Abend schon einiges Großes genossen werden durfte, war der Menge deutlich anzumerken, weshalb sie da waren: Bodypop, Mitmach- Songs und Steve Naghavi! Noch vor Beginn wurde es vor der Bühne unangenehm eng, zumindest dort, wo man nicht für Special- Tickets gelöhnt hatte. Was es mit diesen „anderen“ Tickets auf sich hatte, ist mir noch nicht ganz klar, aber es gab vor der Bühne eine mit Wellenbrechern abgetrennte Area, die nur Personen mit orangefarbenem Bändchen vorbehalten war. Seit wann man bei einem durchweg Steh- Konzert noch derartige Abstufungen – wahrscheinlich vorrangig preislicher Art – macht, ist mir echt schleierhaft. Es macht zumindest Szene- Konzerte, auf denen sich die „Stars“ vorbehalten, nie und nimmer dem Kommerz zu verfallen, nicht besonders glaubwürdig. Aber was soll’s?! Es wurde also kuschelig und alles wartete auf Steve und seine Mannen. Als es dann endlich losging und die ersten Beats von „Techno Man“ erklangen, setzte sich die wippende Masse sofort gesanglich und körperlich in Gang. Dieser Zustand des allumfassenden Wabern in den ersten Reihen änderte sich auch im Verlauf des Konzertes nicht, zu gut schlugen Kracher wie „Love & Fingers“, „Shining Star“ oder „Deutschmaschine“ ein. Steve Naghavi bewies wieder einmal ausdauernde Dynamik und huschte singend von einer Ecke der Bühne zur anderen und stiftete damit die Menge noch weiter zur Bewegung an. Neben diesen generell beliebten Stücken, gab es jedoch einige Cover zu hören, darunter ein Cover von The Cures „The Walk“, das die Fanmenge lauthals mitgröhlte. Aber auch neue Stücke bekamen wir an diesem Abend auf die Ohren. „Wounds“ soll die B- Seite der im kommenden Jahr erscheinenden Single werden und kam genauso gut an wie „Memory“, das ebenfalls neu im And One Repertoire ist und erst auf dem kommenden Album für die Fans zugänglich sein wird. And One lieferten – wie erwartet – eine tolle, beinahe never- ending Show ab, bei der die Stimmung wie die Faust aufs Auge passte.

Setlist:
01. Intro
02. Techno Man
03. Love And Fingers
04. Love You To The End
05. The Walk (The Cure Cover)
06. Shining Star
07. Sometimes
08. Seven
09. Wounds
10. Memory
11. High
12. Traumfrau
13. Electrocution
14. Deutschmaschine
15. The Aim Is In Your Head
16. Schwarz
17. Für
18. Zerstörer
19. Metalhammer
20. Recover You
21. Get You Closer
22. Playing Dead
23. Timekiller (Project Pitchfork Cover) (Z)
24. Military Fashion Show (Z)
25. Bodynerv (Z)
26. Krieger (ZZ)
27. Speicherbar (ZZ)
28. Wasted (ZZ)
29. So klingt Liebe (Akustik) (ZZZ)
30. Enjoy The Silence (Depeche Mode-Cover) (ZZZ)

Bilder des Konzerts befinden sich in unserer Konzertfotos Sektion (Bildkommentare sind durch Anklicken der Sprechblase möglich) oder direkt durch Anklicken der jeweiligen Bandfotos.

And One:


Camouflage:


De/Vision:


Minerve:


Autorin: Tanja Pannwitz
Fotos: Michael Gamon