| Tying Tiffany - Dark Days, White Nights |
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Doch was hat sich im Vergleich zum eigenen Vorgänger musikalisch getan? „Dark Days, White Nights“ erscheint stimmiger und in sich geschlossener als „Peoples Temple“, dafür sind aber auch die vollkommenden Extreme in der Musik etwas gewichen. Noch immer wandelt sie auf den breiten Pfaden zwischen düsterem Gothic-Rock und durchgeknalltem Electroclash a la IAMX, lässt sich dieses Mal aber scheinbar etwas enger an die Leine nehmen und so sind die ausufernden Extreme so mancher früherer Songs verschwunden. Poppig oder locker leicht zu konsumieren ist Tying Tiffanys Musik aber zum Glück weiterhin nicht und will trotz erleichtertem Einstieg noch weiter erschlossen werden. Am einfachsten klappt das wohl mit dem Eröffnungstrack „New Colony“, der den Zuhörer düster-schleppend in die Welt der Italienerin einführt. Es geht immer tiefer in die dunklen Gänge italienischer Straßen, hindurch durch „Dark Day“s und man muss schon aufpassen, dass man nicht in dieser Atmosphäre versinkt. „Drowin“ war einigen Zockern jedenfalls vielleicht schon vor Albumrelease bekannt, befindet es sich doch auch als Soundtrack im Spiel „Fifa 2012“. Schön spielt sie wie beim fast trashigen „She Never Dies“ mit Dynamikwechseln und erstickt Langeweile auf komplette Albumlänge schon von Beginn an im Keim. Das Spektrum reicht von schleppend oder verträumt bis hin zu hypnotischen Trashorgien, die sich tief in den Gehörgang bohren. Den Schlusspunkt setzt aber das äußerst atmosphärische „White Night“, bei dem Verzweiflung spürbar wird und welches mit männlichem Gesang auch von The Cure hätte stammen können. Das Niveau auf „Dark Days, White Nights“ ist durchweg hoch, allerdings fehlen mir die alles überragenden Highlights, die aus dem Gros an Qualität noch zusätzlich herausstechen. Für den fünften Longplayer wünsche ich mir daher wieder etwas mehr Mut zum Extremen, bis dahin wird „Dark Days, White Nights“ aber ein geeigneter Wegbegleiter sein.
Tracklist: Bewertung: 8 / 10 Punkten
Autor: Michael Gamon
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