Freitag, 24. Oktober 2014
The Cure - Bestival Live 2011 PDF Drucken E-Mail

Zunächst setzt Jubel der anwesenden Festivalbesucher als Zeichen der großen Freude dabei zu sein ein, doch sobald die ersten Drumbeats sich beim „Plainsong“ mit Keyboardklängen vermischen, macht es sich ein wohliger Schauer auch auf der Haut des CD-Hörers daheim bequem und man ist bereit ganz tief in die neueste Veröffentlichung aus dem Hause The Cure hinab zu tauchen. „Bestival Live 2011“ nennt sich das Live-Doppelalbum, das zum ersten Mal überhaupt eine komplette The Cure Show auf Tonträger abbildet. Ganze 2,5 Stunden stand die Band, die mittlerweile sogar wieder mit Ur-Keyboarder Roger O’Donnell auftritt, auf der Bühne der Isle Of Wight und performt hier ganze 32 Songs aus allen Phasen ihrer großartigen Karriere. Vermisst hat man die Band in den letzten Jahren und so war das Interesse natürlich besonders groß, als die Band verkündete, 2011 einzelne Auftritte zu absolvieren. Der Auftritt als Headliner des Bestival Festivals war dabei einer von nur zwei Konzerten in Europa.

Es ist immer wieder erstaunlich wie schnell es The Cure schaffen, einen sprichwörtlichen Heilungsprozess im Gehörgang des Fans einzuleiten. Hier auf einzelne Songs einzugehen erübrigt sich, denn die Band überzeugt bei Hits wie „Friday I’m In Love“, „Lullaby“ oder „A Forest“ ebenso wie bei All-Time-Favorites der Marke „A Night Like This“, „Play For Today“, „Jumping Someone Else’s Train“ und „10:15 Saturday Night“ oder eher unbekannteren Songs wie „Open“, „The Only One“ und dem Klassiker “Grinding Halt”. Sogar „The Caterpillar“ gehört hier erstmals nach 20 Jahren wieder zum Set, was für die anwesenden Fans sicher etwas ganz Besonderes war. Das Repertoire der Briten erscheint schier unendlich und irgendwie schaffen sie es, dass einem auch auf voller Länge niemals langweilig wird, sondern man stets gebannt den Klängen lauscht und sich selbst zurück in eine Konzertarena versetzt um den fünf vor dem inneren Auge zuzusehen. Besonders wenn es dunkel ist und man sich allein auf akustische Reize konzentrieren kann, entfalten die Songs ihre gesamte Schönheit und Atmosphäre. Sie lechzen geradezu danach, sich auf sie einzulassen und sie nicht nur als Fahrstuhlmusik dahin vegetieren zu lassen. Dabei bleiben The Cure stets abwechslungsreich und auf höchstem Niveau. Die Arrangements von Songs insbesondere der „Disintegration-Ära“ sind ausgefeilt und versetzen einem einen warmen Schauer, während Songs aus den Anfangstagen der Band eher noch Punkeinflüsse durchblicken lassen. Diese hat man sich vornehmlich für das Ende aufgespart, wobei die erste Single überhaupt „Killing An Arab“ (hier: Killing Another“) nach ganzen 12 (!!) Zugaben für den umjubelten Abschluss des Konzerts sorgt.

Übrigens gehen die gesamten Erlöse der CD-Verkäufe an den Isle Of Wight Youth Trust, eine gemeinnützige, unabhängige und professionelle Organisation, die seit siebenundzwanzig Jahren junge Menschen unter 25 auf der Isle of Wight berät und unterstützt. So tut man mit dem Kauf dieser beeindruckenden Konzertscheibe nicht nur seinen Ohren, sondern auch einem caritativen Zweck etwas Gutes. Also „Auf! Auf! Verwöhne deine Ohren!”

Tracklist CD1:
01. Plainsong
02. Open
03. Fascination Street
04. A Night Like This
05. The End Of The World
06. Lovesong
07. Just Like Heaven
08. The Only One
09. The Walk
10. Push
11. Friday I'm In Love
12. Inbetween Days
13. Play For Today
14. A Forest
15. Primary
16. Shake Dog Shake

Tracklist CD2:
01. The Hungry Ghost
02. One Hundred Years
03. End
04. Disintegration
Encore1:
05. Lullaby
06. The Lovecats
07. The Caterpillar
08. Close To Me
09. Hot Hot Hot!!!
10. Let's Go To Bed
11. Why Can't I Be You?
Encore 2:
12. Boys Don't Cry
13. Jumping Someone Else's Train
14. Grinding Halt
15. 10:15 Saturday Night
16. Killing Another (Killing An Arab)

Bewertung: 9,5 / 10 Punkten

Autor: Michael Gamon

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