Samstag, 25. Oktober 2014
Noyce TM – Past:ique PDF Drucken E-Mail

Noyce TM - Past:ique


Innerhalb von 15 Jahren sammelt sich einiges an und in so manch einem Keller liegen verborgene Dinge, die eigentlich ans Licht gehören. So oder ähnlich kann es sich auch im musikalischen Reservehinterzimmer der Düsseldorfer Synthie- Leute von Noyce TM zugetragen haben, als beim Staub putzen die Schatzkiste mit unveröffentlichten Stücken, Remixen und gar nicht mehr erhältlichen Raritäten zum Vorschein kam. Diese Fundstücke machen es sich mit den „gewöhnlichen“ Songs aus den bisherigen Bandjahren auf „Past:ique“ gesellig. Eine stinknormale Best Of Sammlung kann doch jeder! Noyce TM machen es ausführlich und beglücken ihre Fanschaft, plus die erhabene Synthie- poppende Laufkundschaft, mit dieser speziellen Auflage.

Past:ique ist ein schickes Noyce TM Rundum Paket mit 15 Songs, die irgendwie symbolisch als Kerzen die Lebensjahre der Band darstellen. Zugeschnürt ist Past:ique mit einem bedrohlich modularen Sound der im Intro eine fiebernde Spannung erzeugt, welche sich erst beim Outro- Verbindungsstück zum schweren Klang mit sanften Maschinen Herzschlag entlädt. Die warme Stimme von Florian Schäfer fließt butterweich über die rauen Konturen der Strommusik und bleibt darauf angenehm kleben und verbindet so den Kreis. Zwischen den beiden Lötstellen reiht sich eine Vielfalt aus Konservenklängen aneinander. Man könnte denken, dass in „This World“ schon der ganze Strom für diese catchy Melodie verbraucht wurde, doch der Zähler dreht beim stampfenden Beat von „Headland“ eine Extrarunde. Aus der unsichtbaren Elektrizität formt das Düsseldorfer Trio eine hochmelodische Masse die in den Beinen kribbelt oder wie in „Coma(tose) etwa dem melodieverliebten Refrain einen wummernden Danceschliff verpasst. Auch der „Comawalker“ hat es eilig und tänzelt durch das rhythmisch wuchtige Ohrenfutter. Nur selten wird das Tempo wie in „Un-Welt“ und „Sculpture Of Bones“ gedrosselt, die kraftvolle Schicht aus dichtem Sound bleibt dennoch bestehen, denn Noyce TM sparen nicht am gelben Saft und nutzen die gesamte Energie. Mit „This Must Be Heaven“ wird noch einmal tief Luft geholt und der Tanzboden weich gestampft, bevor der kalte synthetische Atemhauch in „Year 03 (X10DED)“ die Kerzen der Geburtstagstorte endgültig ausbläst.

Tracklist:
01. Year 03 [Epilogue]
02. This World [X10DED]
03. Headland [Sun Meltdown]
04. Inschallah [X10DED]
05. Coma[tose]
06. Panique [Braek:Gate]
07. Tag[traum]werk
08. Comawalker
09. Clinical White Noise
10. Our World [in Coma]
11. Un:Welt [Weltschmerz]
12. A Sculpture of Bones
13. Karmacoma [Klub NRX]
14. This Must be Heaven
15. Year 03 [X10DED]

Bewertung: 8 / 10 Punkten

Autorin: Martina Peitz

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