Montag, 01. September 2014
Emmon - Nomme PDF Drucken E-Mail

Emmon - Nomme


Die schwedische Musikerin Emma Nylén alias Emmon hat mit "Nomme" (Rückwärts für Emmon) nun ihre dritte Scheibe nach "The art and the evil" und "Closet wanderings" auf den Markt gebracht und überrascht immer noch mit ausgefeilten, gut produziertem synthetischen Pop zwischen Retro und Moderne, Kitsch und Anspruch, Gefühl und Tanzbarkeit. Grund genug, sich das neue Werk genauer anzuschauen.

Der Opener „Basexpressen“ nimmt sich viel viel Zeit, in die Gänge zu kommen und das Warten lohnt sich, denn öffnet sich der Song erstmal, kann man den Synthpop Track vollends genießen. Knarzige Bässe und ein fast alles erdrückender Flächensound sorgen für wohliges Schaudern. Fließend geht der Track in "Distance" über, einer Singleauskopplung des Albums, die zeigt, wie man einen perfekten Song aufbaut: treibende Beats, schöne Harmonien und ein genialer Refrain, bei dem man einfach mitsingen muss. „BodyJar“ nimmt sich dann wieder etwas zurück, zugunsten einer schönen Atmosphäre, die einen an das britische Popduo „Client“ denken lässt. Die ruhige Stimmung wird noch eine Zeit gehalten, kommt „Ghost Dance“ (eine weitere Single) doch im ersten Teil recht still daher, bis der Chorus wieder zum Tanzen anregt. Sogar Instrumentaltitel wie "Blacklight" haben es in sich; ist der Titel alles andere als Füllmittel, wird hier doch elegant die Brücke zum nächsten Song geschlagen. "Slottet" bildet den nächsten Höhepunkt des Albums, denn in bester "Early Human League"-Manier wird hier ein New Wave Feuerwerk abgebrannt, welches seinesgleichen sucht. Grundsätzlich liegt die Stärke des schwedischen Projektes in den "wavigen" Stücken, die dennoch durch die druckvolle Produktion modern herüberkommen. Auch die gesangliche Leistung von Emma (Sängerin der Band "Paris") liegt weit über dem allgemeinen Synthpop Durchschnitt, was im Track „Oratory“ bestätigt wird, denn hier hört man einfach gerne zu. Perfekt abgerundet wird die Scheibe durch den Tanzflächenknaller "All yours" und den weiteren Instrumentaltitel "Hammerville Heights", bei dem man irgendwie an das Frühwerk einer Electropop Band aus Basildon denken muss. Fazit: ein perfektes Album und der Anwärter des besten Synthpop Albums 2011!

Diese Scheibe könnte euch gefallen, wenn ihr auf "Client" und "Ladytron" steht.

Tracklist:
01. Basexpressen
02. Distance
03. BodyJar
04. Ghost Dance
05. Blacklight
06. Slottet
07. Love Track
08. Oratory
09. All Yours
10. Hammerville Heights

Bewertung 9/10 Punkten

Autor: Frank Stienen


Diese CD bei Amazon bestellen: Emmon - Nomme