Freitag, 18. April 2014
Zeromancer - The Death Of Romance PDF Drucken E-Mail

Zeromancer - The Death of Romance



Zeromancer sind 1999 aus der norwegischen Formation „Seigmen“ hervorgegangen und treiben seither ihr Unwesen in den dunklen Gängen des Synthie-Rocks. Im letzten Jahr beendete „Sinners International“ eine vierjährige Albumdurststrecke und nun steht der fünfte Longplayer des Quintetts in den Regalen. „The Death Of Romance“ heißt das Werk und der Titel legt bereits nahe, dass Songschreiber Kim Ljung auch im Jahre 2010 nichts von seiner zynischen Art verloren hat und von Zeromancer auch heuer kein Happy-Happy-Lovealbum zu erwarten ist, auch wenn so manche einschmeichelnde Melodie dies vermuten lassen könnte. Denn auch ihren Sinn für Melodien haben die fünf nicht verloren.

Nach dem kurzen Intro „2.6.25“ fühlt man sich bei „Industrypeople“ gleich ganz zuhause, denn der Song bietet alles das, was man seit Jahren von den Norwegern gewohnt ist: Catchy Melodien, druckvolle Sunds und gedoppelter Gesang. Das klingt gut, aber nur bedingt innovativ, ein Eindruck der sich so dann auch fast durch das gesamte Album zieht. Mal klingt der Gesang fast besänftigend und balladesk wie ironischerweise bei „The Death Of Romance“ oder dem hypnotischen „The Pygmalion Effect“, mal geht es aggressiver zur Sache, während die Backline eine stets düstere Atmosphäre erzeugt. Es ist für Bands natürlich immer schwer zugleich innovativ zu klingen, aber trotzdem eine eigene Identität aufzubauen, um sich von der Konkurrenz abzuheben und einen hohen Wiedererkennungswert zu bieten. Letzteres schaffen Zeromancer wie kaum eine zweite Formation des Genres, man hört sie stets heraus, was dann zwar auch einen Großteil des Reizes ausmacht, aber sie stets an den schmalen Rand der Wiederholung führt. Gute Beispiele für diesen Zwiespalt sind die Folgetracks „Murder Sound“ und „Revengefuck“, musikalisch eigentlich zwei starke Rocksongs. Trotzdem steigt meine Begeisterung hier zwar, aber nicht ins Unermessliche, denn irgendwie meint man auch hier, den Track so oder so ähnlich bereits bei Zeromancer gehört zu haben. Interessant finde ich, dass sich das Album, eher untypisch für einen Longplayer, zum Ende hin deutlich zu steigern scheint. „The Plinth“ ist ein schöner Popsong geworden und mit „Mint“ hält das Album dann auch noch einen richtig tollen Song bereit, der sich noch einmal positiv aus dem gefälligen Ganzen hervortut. Hier verlassen Zeromancer die von ihnen eingetretenen Pfade und lassen dunkele, schleppende Bassrhythmen eine interessante Stimmung aus Behaglichkeit und Schauder erzeugen. Klasse.

„The Death Of Romance“ ist eines jener Alben geworden, die den Fans gefallen werden, ohne sie hingegen ins Schwärmen zu bringen. Es wird der Band aber sicher auch einige neue Fans bescheren, zumal die Jungs derzeit im Vorprogramm des Szenehypes Unheilig in allerhand großen und zudem ausverkauften Häusern auftreten.

Tracklist:
01. 2. 6. 25
02. Industrypeople
03. The Hate Alphabet
04. The Death Of Romance
05. The Pygmalion Effect
06. Murder Sound
07. Revenge Fuck
08. Virgin Ring
09. The Plinth
10. Mint
11. V


Autor: Michael Gamon