Sonntag, 21. September 2014
Autodafeh - Identity Unknown PDF Drucken E-Mail

Autodafeh - Identity Unknown



Als Autodafeh 2008 mit dem Debüt-Album "Hunt For Glory" auf sich aufmerksam machten, war es kein sanftes Tippen auf die Schulter, vielmehr hätte der eingefleischte EBM-Fan schwören können, Front 242 würden jetzt unveröffentlichtes Material aus steuerlichen Gründen über Schweden auf den Markt bringen. Die Shouts, Sounds, Drums… es passte einfach alles wie der Stiefel auf die Tanzfläche und klang absolut amtlich; selbst die Texte enthielten (und enthalten) Fragmente aus 242-Hits. Die Herren Olsson, Nilsson und Rossi hatten damals schon ein gewaltiges Paket geschnürt und alles, was EBM ausmacht, in ausreichender Menge reingestopft, dass man den Eindruck nicht los wurde, ADF hätten den kompletten Zoth Ommog- und Front242-Katalog der frühen 90er seziert und daraus ein beeindruckendes Best-Of auf Albumlänge eingedampft.

Jetzt könnte man sagen: „ok, gab es alles schon, braucht man nicht“. Könnte man. Autodafeh überzeugten aber auf ganzer Linie und legten 2009 mit der EP "re:lectro" noch einmal brachial nach, dass heute niemand mehr von einem Clone redet, sondern lediglich feststellt, dass die Schwedencombo sich ihren Wurzeln verpflichtet fühlt und die Essenz des EBM ohne unnötigen angesagten Schnickschnack auf den Punkt bringt.

"Identity Unknown" ist keine Neuerfindung des Zahnrads, was bei Oldschool-EBM aber auch weder erwartet wird, noch erwünscht ist. Es ist die konsequente Erfüllung dessen, was die Vorgänger versprachen, und so ist es auch spätestens seit der Tour mit Front 242 keine Überraschung, dass Autodafeh auf "Identity Unknown" von Musikern wie Claus Larsen (Leætherstrip), Daniel Bressanutti (Front 242), Xian Austin (Hardwire) und Evil E. (Livemischer Front 242, jetzt auch Autodafeh) auf Augenhöhe unterstützt und nicht auf die Plätze der ewigen Support-Acts verwiesen werden. Hart, puristisch, intelligent und geradlinig zeigt das Trio wieder einmal, wo der Schwede nach dem Stiefelputzen seinen Akustikstahl holt. 13 Tracks reinstes EBM-Destillat im ursprünglichen Sinne des Erfinders zerren ohne Diskussion zur Tanzfläche und wenn dieses Werk in den Clubs so einschlägt, wie es verdient wäre und wahrscheinlich ist, dann dürften in naher Zukunft etliche Konzerte, aber auch einige Tanzflächenrundumerneuerungen anstehen. Autodafeh haben mit "Identity Unknown" gleichzeitig exzellentes Schulungsmaterial für Szenenachwuchs und ein Survivalkit für Oldschool-Elektros veröffentlicht, daher: losstiefeln und kaufen!

Tracklist:
01. Dead Eyes
02. Divided We Fall
03. Crash And Burn
04. Evil Doll
05. Meltdown
06. Identity Unknown
07. Love, Hate And Pain
08. 7 Sins
09. Brick By Brick
10. Hall Of Fame
11. Fake
12. Outbreak
13. DWF (Pirate Remix by Daniel B. of Front 242)


Autor: I. Illés


Weblinks:
www.myspace.com/autodafehmusic
www.myspace.com/sigsaly