Samstag, 01. November 2014
ForeSin - Enarxis PDF Drucken E-Mail

Foresin - Enarxis



ForeSin ist eine griechische Band, die 2006 von DJ George P. 'Rubicon' und Session Musiker Lazaros G. 'xSynthetikx' gegründet wurde. Schon ihr sonniges Herkunftsland ist sicher ungewöhnlich für das hier beackerte Genre und ihre düsteren Inspirationsquellen, denn ForeSin haben sich dem Dark Wave verschrieben, den sie mal stärker, mal dezenter mit elektronischen Sounds anreichern. Grundsätzlich also erst mal ein guter Ansatz und auch die Tatsache dass es beizeiten fast schon morbide zu Werke geht, klingt interessant. So wechselt sich passend zum jeweiligen Stil die Düsterheit mit offen zur Schau getragenen Tanzeinladungen ab. Gerade bei den erstgenannten Stücken drängt sich aber leider auch gleich schon der erste Kritikpunkt auf: Der dunkele Gesang von George P. wirkt vielfach einfach zu aufgesetzt und bemüht bei aller Seelenschwere. Nach dem Intro „End The Beginning“ fühlte ich mich beim Einsatz des Gesangs auf „Temptation Damnation“ zunächst in alte Zeiten versetzt und wollte schon zum Plattenspieler hetzen um die Abspielgeschwindigkeit zu erhöhen, so verzögert, fast leiernd klingt er. Doch solche amüsanten „technischen Probleme“ gehören heute ja der Vergangenheit an und somit ist dies wohl durchaus beabsichtigt. Im Kontrast dazu wird bei "Soulsick" ein von „Eva“ fast feenhaft vorgetragener Gesang addiert, der leider eher nervig, als verführerisch daherkommt. Eigentlich schade, denn die Melodien-Basis auf "Enarxis" ist grundsolide und weiß wie bei Songs der Marke „Haunted“ oder „Faces“ durchaus zu gefallen. Zwar scheinen immer mal wieder bekannte Klänge diverser Szenegrößen durch die dunklen Wolken, aber billige Schatten etwaiger Originale sind die Griechen mit diesem Album deshalb sicher auch nicht. Ich fände es durchaus interessant zu erfahren, wie dieses ohne den übertriebenen Gesang funktionieren würde, denn Potential sehe ich schon, insbesondere auch durch den Exotenbonus, den man den wavigen Südländern trotz einiger weniger anderer griechischer Bands (Marsheaux und Co) zwangsläufig gibt. Bis es aber soweit ist, muss ich und auch der Rest der Hörerschaft mit „Enarxis“ vorlieb nehmen, ob einem das reicht, steht und fällt vermutlich mit dem vom Gesang beeinflussten persönlichen Eindruck. Ich selbst werde das Album wohl nur noch eher selten hervorkramen.

Tracklist:
01. End The Beginning
02. Temptatation Damnation
03. Haunted
04. Soulsick
05. Abducted
06. This Twisted Lullaby
07. Reign Of Rain
08. Coma Reminiscence
09. Faces
10. H.I.L.
11. Hauted – Ghost Remix by I.S.T.
12. Temptatation Damnation – Kadaver Acht Remix


Autor: Michael Gamon