Freitag, 28. November 2014
Gothika - Zeitgeist PDF Drucken E-Mail

Gothika - Zeitgeist



Gothika stammt aus Japan und ist 2007 aus den Überresten der Band Euthanasie hervorgegangen. Die Band hat sich dem 80er Jahre New Wave verschrieben, den sie mit Einflüssen aus dem Gothic und Industrial vermenget. Im letzten Jahr erschien nach 3 EPs die erste CD „120 Days Of Sodom“, der Andro (Vocals) und #449 (Keyboard & Programming) nun den Nachfolger „Zeitgeist“ folgen lassen. Nach einem instrumentalen Intro lässt „Gusano“ eine musikalische Verwandschaft zum Gothic von Bands wie London After Midnight und Co vermuten, was sich auch später immer mal wieder andeuten sollte. Trotz aller Reminiszenzen an die Achtziger Jahre scheint der Name des Albums aber trotzdem irgendwie Programm zu sein und die beiden Japaner versuchen vielleicht etwas zu sehr, eben jenen Zeitgeist zu treffen. Denn schon die Folgenden „Abattoir“ und „Precious Earth“ sind trotz Andros Gothic-Gesang schon eher dem Synthpop zuzuordnen und gehen einen ganz anderen Weg. Wo wir gerade beim Gesang sind, dieser ist wirklich gewöhnungsbedürftig und vielleicht liegt es daran, dass sich bei jedem neuerlichen Durchlauf erst zum Ende des regulären Albums eine Art Wohlfühlen einstellen will. Entweder haben Gothika die besten Songs ans Ende verfrachtet, oder erst dann ist der Gewöhnungsprozess vollzogen. Umstellen will ich diesen Effekt aber irgendwie nicht, denn man sollte ja davon ausgehen, dass sich die Band etwas bei der Reihenfolge ihrer Songs gedacht hat. Also weiter im Text: Nach dem sehr gewöhnungsbedürftigen und fast an ein Kinderlied erinnernden „Army March Drawn Sword Police“ kommt die stärkste Phase des Albums. „Partisan“, „Echolalia“ und „Titan“ sind sicher die Highlights eines zwiespältigen Albums, das abwechslungsreich, aber dadurch auch etwas uneinheitlich wirkt. Der Track „Adonis“ beendet den regulären Teil von „Zeitgeist“, dem die Japaner noch 5 Remixe folgen lassen, bei denen u.a. Suicidal Romance Hand an ihre Songs legten.

Ob Gothika mit ihrem zweiten Longplayer auch auf dem europäischen Festland der Durchbruch gelingt, wage ich zu bezweifeln, der Großteil ihrer Fanbase wird wohl weiter im von ihnen vielbetourten Russland und in Japan verbleiben, doch ist „Zeitgeist“ sicher kein schlechtes Album geworden, das auch hier einige Freunde finden sollte. Vorausgesetzt, man ist bereit sich auf den Gesangsstil Andros einzulassen und gibt den vielfältigen Songs eine Chance.

Tracklist:
01. Overture
02. Gusano
03. Abattoir
04. Precious Earth
05. Papilio
06. Master Sergeant
07. Army March Drawn Sword Police
08. Partisan
09. Echolalia
10. Titan
11. Adonis
12. Echolalia Remixed By Suicidal Romance
13. Gusano Biohazard Mix By Ira-K Organisation
14. Echolalia Remixed By Neon Synthesis
15. Army March Drawn Sword Police 0075 Mix By Dee Lee From 2 Bullet
16. Adonis (DJ RAM & SD Hard Porn Mix) Remixed by DJ RAM & SD


Autor: Michael Gamon