Samstag, 20. Dezember 2014
Marsheaux - Lumineux Noir PDF Drucken E-Mail

Marsheaux - Lumineux Noir



Marsheaux ist ein weibliches Synthpop-Duo aus Griechenland. Im Jahre 2003 gründeten Marianthi und Sophie die Band und sie versuchten ihren Vorbildern The Human League, Depeche Mode, Yazoo und A Flock of Seagulls durch elektronische Kompositionen, die nahe am 80s-Synthsound liegen nahe zu kommen. Ihr erster Output „Popcorn“, eine Coverversion von „Hot Butter“, war bereits ein respektabler Erfolg in ihrem Heimatland. Ihre ersten beiden Alben „Peek a boo“ und „E-bay Queen“ machten die beiden auch hierzulande bekannt. „Lumineux Noir“ ist das aktuelle Werk der beiden Grazien.

Typisches Merkmal der CD sind wie schon bei den ersten Alben minimaler, gehauchter Gesang, naive, nette Popmelodien und synthetisches Feeling. Diese Beschreibung könnte auch ungeniert zu Marsheauxs Schwestern im Geiste, Client passen. Da die beiden Britinnen eher dem Minimalismus frönen und mittlerweile sogar Gitarrensounds einsetzen, hinkt der Vergleich aber allmählich. Marsheaux gehen nämlich einen anderen Weg, denn „Lumineux Noir“ überzeugt durch dichte Arrangements, 80er Klangteppiche und gefällige Melodien. Durch die perkussiven Stilmittel schielen die Mädels sogar auf den Einsatz auf dem Dancefloor, wobei ich mir ihre Songs eher auf einer Depeche Mode-Party vorstellen kann, denn auf dem Darkfloor. Besonders die Tracks „Ghost“ (mit einer Prise Pet Shop Boys), die Singleauskopplung „Breakthrough“ (mit treibender Bassline und mitreißendem Refrain) und „Summer“ (der nach dem Kultgetränk Lumumba und Swimmingpool klingt) haben eine Erwähnung verdient. Leider gibt es auf dem Album keine Überraschung, kleinere experimentelle Anflüge werden meist durch die doch recht pathetischen Mitsingrefrains im Keim erstickt und lösen sich somit in Wohlgefallen auf. Laut Pressetext hat das englische Webzine Electronically Yours „Lumineux Noir“ zum besten Electro-Pop-Album seit Depeche Modes Violator gewählt, was nun doch mehr als übertrieben ist. „Lumineux Noir“ ist kein Werk für die Ewigkeit, aber in diesem wohlig-warmen Schwarzlicht werden sich Electropop-Nerds auf jeden Fall wohl fühlen.

„Lumineux Noir“ liegt in mehreren Formaten vor. Die Kritik bezieht sich auf die einfache Albumversion.

Diese CD könnte euch gefallen, wenn ihr Client und 80s Synthpop mögt.

Tracklist:
01. Exit
02. Breakthrough
03. Summer
04. Stand By
05. Radial Emotion
06. Loss Of Heaven
07. Destroy Me
08. Faith
09. Ghost
10. It's Fine Now
11. Thousand LEDs
12. So Far
13. Sorrow


Autor : Frank Stienen