Montag, 22. Dezember 2014
Mesh - A Perfect Solution PDF Drucken E-Mail

Mesh - A Perfect Solution



Endlich liegt mit „A Perfect Solution“ der Nachfolger des 2006er Werks „We Collide“ von Mesh vor. Der Titel lässt Großes erwarten und legt die Meßlatte, an der sich die Briten nun selbst messen lassen müssen, entsprechend hoch, denn seien wir ehrlich: Wer ist nicht ab und zu auf der Suche nach der perfekten Lösung für ein Problem oder gar sein eigenes Leben? Die Band um Sänger Mark Hockings und Keyboarder Richard Silverthorn hatte vorab bereits verkünden lassen, dass die neue Platte etwas andere Wege einschlagen würde und härter und dreckiger klingen wird, als das, was man sonst so von ihnen gewohnt ist.

Dem ist aber zunächst einmal nicht so. Zwar feuern die Bristoleros bei „If We Stay Here“ gleich ein ordentliches Gitarrenfeuerwerk ab, aber wie auch auf den darauf folgenden Tracks, darunter die Vorab-Single „Only Better“, stehen bei all dem wieder verstärkten Gitarreneinsatz doch weiterhin die berühmten, einnehmenden Melodien der Band im Vordergrund, was dem geneigten Hörer den Einstieg in die vermeintlich perfekte Lösung sicher vereinfacht. Eine Sache stößt mir als Liebhaber von selbstzusammengestellten Mixtapes (bzw. heute iPod Playlists und CD-Compilations) jedoch wieder etwas bitter auf: Wie schon auf früheren Werken wie „Who Watches Over Me“ versehen Mesh die Tracks auf dem Album mit knapp einminütigen Outros, die nur bedingt den vermutlich gewünschten Effekt haben, denn ein reinrassiges Konzeptalbum im herkömmlichen Sinne ist „A Perfect Solution“ ja auch nicht und Songs wie „Only Better“ oder „Everything I Made“ sind viel eher Singlematerial, die sich auf diversen Compilations sicher gut machen würden, so aber vom Konsumenten zunmächst selbst geschnitten werden müssten. Aber sei’s drum …

Hat man sich schon mit dem vermeintliche Festhalten an bisherigen Tugenden abgefunden, wird man spätestens ab der Hälfte des Albums dann doch noch überrascht, denn hier geben sich Mesh weitaus experimentierfreudiger und durchsetzen ihre Songs mit abgewandelten Rhythmen und auch das Tempo variiert nun deutlicher zwischen anmutigen Balladen der Marke „It’s Gone“ und Uptemponummern wie dem letzten Stück „The Bitter End“, bei dem es Mesh noch einmal so richtig krachen lassen. Zuvor greift „Who Says“ aber auch noch einmal überdeutlich das Grundthema des Albums auf und unterstreicht mit der Textzeile „Who says we won't stay together? It might be the perfect solution!“ Mesh’s Idee eines „düsteren, phantasievollen Liebesalbums“.

Insgesamt kann man sagen, dass „A Perfect Solution“ sowohl eine Weiterentwicklung, als auch Rückbesinnung darstellt. Der zuletzt eingeschlagene Weg wird konsequent weitergeführt, allerdings durch frühere Elemente angereichert, die für Ecken und Kanten sorgen. Etwas, das viele auf den letzten Mesh-Veröffentlichungen schmerzlich vermisst hatten. Insbesondere die zweite Hälfte muss sich wieder etwas mehr "erarbeitet" werden, als es noch bei "We Collide" und "Who Watches Over Me" der Fall war. Das kann der Langzeitwirkung des Albums sicher nur gut tun.

Tracklist:
01. If We Stay Here
02. Only Better
03. Everything I Made
04. Is It So Hard
05. Hold It Together
06. It's Gone
07. How Long
08. Who Says?
09. Hope. Dreams
10. Want You
11. The Bitter End


Autor: Michael Gamon


CD bei Amazon bestellen : Mesh - A Perfect Solution