Montag, 01. September 2014
Clan Of Xymox - In Love We Trust PDF Drucken E-Mail

Clan Of Xymox - In Love We Trust


Großartig vorstellen muss man Clan of Xymox nun wirklich nicht. Denn die Band aus Nimwegen gehört seit 25 Jahren zu den Galeonsfiguren des „Dark Wave/Goth Rock“. In einer beispielhaften Karriere werden sie nicht nur von den Fans auf der ganzen Welt gefeiert, auch Kritiker und ähnlich gelagerte Bands schätzen das Oeuvre der Ausnahmeband. Ihr dreizehntes Album (wenn das mal kein Glück bringt) „In Love We Trust“ ist seit dem 28.08. auf dem Markt.

Das Album beginnt direkt mit einem Knaller: „Emily“ besticht durch knarzige Elektronik, wummernde Bässe und einen catchy Hook zum Mitsingen. Die charakteristische Stimme Ronny Moorings, der scheinbar Songs mit Frauennamen mag („Michelle“, „Louise“, „Jasmine and Rose“) drückt auch diesem hier wieder seinen eigenen Stempel auf, der einen Song von Clan of Xymox unverkennbar macht. Wie schon bei den beiden letzten Alben kann man die Hinwendung zum Future Pop nicht verleugnen. Das Schöne aber ist, dass hier im Gegensatz zu den meisten „VNV Nation“-Epigonen viel Wert auf Komposition gelegt wird. Eine Stärke, die Ronny Moorings immer noch besitzt. „Hail Mary“ (Schon wieder eine Frau!) schlägt in dieselbe Kerbe, hier sind aber vor allem auch die typischen „Wavegitarren“ im Soundgewand verpackt. Noch mehr hört man dieses Stilmittel aber im Folgetrack „Desdemona“ (eine Frau) heraus, garniert mit C64 Sit-Sounds, düsteren Harmonien und typischem COX-Gesang. Mit „Judas“ (ein Mann) findet die Ausnahmeband fast zurück in Zeiten von „Agonized by Love“, so leidet und singt Mijnneer Moorings fast pathetisch seine Agonie heraus und das ist wie immer absolut hörenswert. Den Titeltrack des neuen Albums “In Love We Trust” scheint man so oder so ähnlich schon einmal von COX gehört zu haben. Anyway, das ist einfach der typische Dark-Wave Goth-Sound der vier Niederländischen Schwarzröcke. Schön ist dennoch die Tatsache, dass sich der Track schließlich im Refrain sehr schön öffnet und man sich in der Sounddecke einfach wohl fühlt. Bevor man völlig außer Puste gerät wird es nun ruhiger und gemächlicher, „Sea of Doubt“ schwelgt quasi in Strings und Melancholie, und hier sind wir zu hause. Ein absoluter Favorit ist „Morning Glow“, fast eine weitere Ballade. Hier steht vor allem die tolle Komposition im Vordergrund, man braucht halt keine überladene Produktion, wenn man ein solch starkes Pferd im Stall hat. Fast meint man, einen Klassiker aus den 80ern zu hören. Und ein Klassiker wird dieser Track sicherlich bald in der treuen Fanbase von COX werden, versprochen! Perfekter geht’s nicht. Fast scheint man den Schmerz und das Heimweh in „Home Sweet Home“ heraus zu hören, genauso wie ein Guitar-Lick á la „A Forest“ von „The Cure“. Aber solche Reminiszenzen sind weniger störend, ist der Song einfach hinreißend „simpel“ und poppig geworden. Insgesamt hat man den Eindruck, dass die Band versucht hat, die pompösen, fast überproduzierten Tracks an den Anfang des Longplayers zu legen, um ab der zweiten Hälfte minimaler und transparenter zu werden. „On A Mission“ schließt wieder den Reigen, meint man hier doch gar einige typische„Agonoize“-Sounds zu vernehmen. Übelnehmen kann man Clan of Xymox das nicht, denn „In Love We Trust“ ist ein typisch-untypisches COX Album geworden. Und das ist gut so!

Dieses Album könnte euch gefallen, wenn ihr „Diary of Dreams“ und „Clan of Xymox“ mögt.

Tracklist:
01. Emily
02. Hail Mary
03. Desdemona
04. Judas
05. In Love we Trust
06. Sea of Doubt
07. Morning Glow
08. Home Sweet Home
09. Love Got Lost
10. On A Mission


Autor : Frank Stienen



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