Mittwoch, 30. Juli 2014
Amberian Dawn - The Clouds Of Northland Thunder PDF Drucken E-Mail

Amberian Dawn - The Clouds of Northland Thunder



Als der weibliche Gesang einsetzt, weiß ich sofort, was mich auf diesem Album erwartet. Es ist mal wieder Zeit für Symphonic Metal mit weiblicher Sopranistin. Ich muss gestehen, dass ich mit dieser Art weiblichen Heavenly Voices nicht wirklich viel anfangen kann, mir klingt das Ganze immer viel zu hoch, viel zu schrill und erstickt für mich daher auch bei Amberian Dawn’s zweiten Album den Hörgenuss gleich im Keim. Nur bei "Incubus" wird der von Heidi Parviainen sicher technisch gut vorgetragene weibliche Gesang kurzzeitig durch einen männlichen Widerpart ergänzt, der mir deutlich besser gefällt, aber genauso schnell und plötzlich verschwindet, wie er gekommen ist. Ebenfalls nett ist "Morning Star" bei dem Heidi ihre Stimme auch nicht so sehr in schwindelerregende Höhen hebt und auch der abwechslungsreiche Song an sich zu überzeugen weiß.

Passend zu ihrer finnischen Herkunft erinnert mich die hier von Amberian Dawn dargebotene Musik unweigerlich an nordische Geschichten, wobei die Band betont, sich textlich an mystischen Begebenheiten der ganzen Welt orientiert zu haben. Musikalisch gefällt mir das an sich sogar recht gut, die metallischen Rhythmen sind abwechslungsreich und bis auf die zum Teil etwas überdrehten Gitarrensoli auch angenehm zu hören, dies gerade auch durch die steten Wechsel zwischen ruhigen, atmosphärischen und aggressiv-bombastischen Passagen. Schade, dass die Stimme dies für mich eben doch weitestgehend kaputt macht und nicht wie beabsichtigt stolz garniert. Denn so sind Amberian Dawn dann leider doch einfach eine von vielen Bands, die das gleiche Feld beackern. Genrefreunde sollten ihnen (wieder) eine Chance geben und sich davon überzeugen, ob die Finnen den durch ihr Debütalbum „River Of Tuoni“ selbst gesetzten Standard halten konnten. Für alle anderen werden sie hingegen in der Veröffentlichungsflut dieses Genres vermutlich weitestgehend untergehen.

Tracklist:
01. He Sleeps In A Grove
02. Incubus
03. Kokko - Eagle Of Fire
04. Willow Of Tears
05. Shallow Waters
06. Lost Soul
07. Sons Of Seven Stars
08. Saga
09. Snowmaiden
10. Lionheart
11. Morning Star
12. Birth Of The Harp


Autor : Michael Gamon